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NEWSLETTER NR. 4

Bauen Sie eine Verbindung zu Ihrem Gegenüber auf – Connect!

Wie geht eigentlich Kommunikation?

„Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen“ (Max Frisch)

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hatte vor kurzem eine interessante Unterhaltung mit einem Gast einer Kundenveranstaltung, die ich in München moderiert habe. Er war Führungskraft in einem großen Industrieunternehmen und erzählte mir von der Herausforderung, die es mit sich bringe, mit einer Kollegin in China zu kommunizieren. Die junge Frau namens Bee See beantwortete zwar jede seiner E-Mails prompt, aber er sitze oft mit großen Augen vor seinem PC und frage sich, was diese Antwort mit seinem geschilderten Problem zu tun hätte. 

Erst als ihm eine (deutsche) Kollegin den Tipp gab, „es doch mal auf der emotionalen Ebene zu probieren“, kam er der Sache auf die Spur. So richtig klar war ihm zwar nicht, was er denn nun tun sollte. Aber er telefonierte jetzt öfter mit Bee See aus Changzhou und plauderte sogar ab und zu über private Themen mit ihr. Und siehe da, plötzlich klappte auch die geschäftliche Kommunikation viel besser. Sogar Bee Sees E-Mails machten plötzlich richtig Sinn! 

Zwar mussten in diesem Fall auch kulturelle Unterschiede überwunden werden. Aber was der Ingenieur mit Bee See aus Changzou erlebte hatte, hätte sich genauso mit der Kollegin Beate aus Chemnitz oder mit Bernd aus dem Büro nebenan zutragen können. Wie Kommunikation zwischen Menschen wahrhaft funktioniert, ist nämlich keine Frage des Kulturkreises. Der einzige Unterschied ist, dass wir es nicht so schnell merken, wenn „unter uns“ etwas schiefläuft in der Kommunikation. 

Und wie geht nun Kommunikation? Dazu habe ich Ihnen hier einige Erfahrungen und Tipps zusammen-gestellt. Viele Aha-Erlebnisse bei der Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Steffi Kircher 
 

Worte schaffen Missverständnisse:
Nur was sich stimmig ANFÜHLT, wird verstanden

Wie kann man einen anderen Menschen wirklich verstehen? Wir denken meistens, das sei ganz einfach: Man muss nur genau zuhören, was der andere sagt. Wie falsch diese Vorstellung ist, habe ich schon oft erlebt, zum Beispiel vor einiger Zeit bei einer Stellenbesetzung.
Welchem Missverständnis ich damals aufgesessen bin und was ich daraus gelernt habe:

In meiner Zeit als Distribution Manager bei Avago hat sich einmal ein Vertriebsmitarbeiter bei uns beworben, der bis dahin bei einem unserer Marktbegleiter beschäftigt war. Da wir eine offene Stelle im Distributions-Team hatten, rief ich ihn kurzerhand an. Es war ein gutes Gespräch. Der Mann machte einen kompetenten Eindruck, war freundlich und wirkte weltoffen. Ich war mir schnell sicher: „Das ist mein Star-Kandidat!“

Kurz darauf fragte einer unserer Distributions-Partner, wie es denn so liefe mit der Bewerberauswahl. Ich sagte ihm, dass ich einen Wunschkandidaten hätte, der sich vom Unternehmen X aus bei uns beworben hätte. Mein Gegenüber erriet sofort, um wen es sich handelte. Wie aus der Pistole geschossen, sagte er, und zwar recht emotional: „Aber doch wohl nicht ...!“ Er nannte den Namen meines Favoriten. 

Klar, mein Distributionspartner dachte wohl an seine eigenen Interessen und appellierte an mich: 

  • „Bitte nicht diesen Mann abwerben,

  • er macht für uns einen tollen Job!

  • Es wäre eine Katastrophe, wenn er die Firma wechseln würde!“

Ich fühlte mich bestärkt und stellte den Mann ein. 

Er war genauso so brillant, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein echter Gewinn für unser Team. Ein Jahr später traf ich den Distributions-Partner wieder. Ich war völlig überrascht, als er sagte: „Dein neuer Mann ist ja wirklich tüchtig und hat sich gut eingelebt. Es ist gut dass du ihn damals eingestellt hast, obwohl ich dir abgeraten hatte.“

Sein „Aber wohl doch nicht …!“ war offensichtlich ganz anders gemeint gewesen, als ich es in meiner Euphorie interpretiert hatte.

Wie konnte das passieren?

Die Wissenschaft hat dazu die Theorie der Embodied Communication entwickelt. Sie verwirft die Vorstellung, dass die „richtige“ Bedeutung einer Botschaft irgendwo vorhanden ist und nur gefunden werden muss. Stattdessen gilt: Es gibt keine fixe Bedeutung einer Botschaft, die verstanden werden kann. Es gibt lediglich das gemeinsam erzeugte Gefühl der Einigung auf eine Sprachgestalt, die aber aus der Interaktion spontan und neu entsteht und die nicht von Anfang an vorhanden ist. 

Hört sich kompliziert an?

Letztendlich läuft es dahin hinaus, dass wir uns immer dann besonders gut verstehen, wenn die Beziehung zwischen uns sich stimmig anfühlt. Die Psychologen Maja Storch und Wolfgang Tschacher schreiben in ihrem Buch „Embodied Communication: Kommunikation beginnt im Körper, nicht im Kopf“ dazu:

„Stimmigkeit bedeutet, Synchronie zwischen Menschen zu erzeugen, und zwar sowohl auf körperlicher nonverbaler Ebene als auch auf geistiger Ebene.“

Gesprächspartner können sich nur verstehen, wenn sie sich miteinander wohlfühlen und das Gefühl haben: „Wir sind uns ähnlich!“ Synchronie ist dann gegeben, wenn die Kommunikationspartner gemeinsam getragene Bedeutungen entwickeln, eine gemeinsame Geschichte entstehen lassen, die für beide einen Sinn hat. 

In unseren High!Town-Präsentationsseminaren ist es deswegen unser oberstes Ziel, unseren Teilnehmern zu zeigen, wie sie eine starke Verbindung zu ihrem Publikum aufbauen. Erst wenn diese Verbindung stimmt, können Ihre Worte Ihr Publikum erreichen. Wie Sie das schaffen und wie Sie die Kommunikation mit Ihren Zuhörern erfolgreich und effektiv gestalten, lernen Sie in unserem Präsentationskurs „Connect!“ 

Wie Sie ein Stimmigkeitsgefühl herstellen und stärken

Ein Stimmigkeitsgefühl ergibt sich nicht immer von selbst. Aber Sie können dafür sorgen, dass es entsteht. Wie das geht? Mit einer so einfachen wie revolutionären Methode:

Gehen Sie doch einfach mal in Ihrem Büro den Gang hinunter und sprechen Sie mit dem Kollegen, der Ihnen gerade eine E-Mail mit einer Bitte um Antwort geschickt hatte. 

Er sitzt in einer anderen Niederlassung oder gar einem anderen Land? Dann rufen Sie ihn doch an! 

Die Flut von E-Mails, die uns täglich überschwemmt – weltweit sind es 145 Milliarden E-Mails am Tag! – ist nicht zuletzt deshalb so gewaltig, weil wir viel zu wenig miteinander sprechen. Auch wenn Sie selbst „nur“ 150 elektronische Nachrichten am Tag bekommen, ist das doch schon eine große Herausforderung. 

Es geht mir nicht darum, E-Mails abzuschaffen. Dafür sind sie viel zu nützlich. Aber ich will Sie davon überzeugen, dass es für eine kraftvolle, überzeugende Kommunikation mehr braucht als eine irgendwo eingetippte Nachricht.  

Kommunikation wirkt zu 60 % über Körpersprache, Gestik und Mimik. 30 % der Wirkung wird durch Stimme, Lautstärke, Sprachmelodie erreicht, nur 10 % über den Inhalt, die Struktur und die Wortwahl der Nachricht. 

Nur diese 10 % sind also übrig, wenn Sie eine E-Mail schreiben. Deshalb lade ich Sie ein, den Menschen in Ihrer Umgebung mehr als diese 10% zu geben. 

Sprechen Sie mit ihren Kollegen, oder rufen Sie sie an!

Probieren Sie es einfach aus: Schenken Sie ihrem Gegenüber Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, hören Sie genau zu, schauen Sie ihm/ihr in die Augen, nennen Sie ihn oder sie beim Namen! So bauen Sie das Stimmigkeitsgefühl auf, das es für eine wahrhafte gelingende Kommunikation braucht. 

Sie werden sehen – dann klappt es auch mit den E-Mails!

Mit Connect! werden Sie verstanden!
Mehr Informationen zu Connect! finden Sie hier oder rufen Sie mich an unter 07459 9311041.